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Nördlingen um 1650, Kupferstich von Matthäus Merian d. Ä.

1215 wird durch die Bemühungen König Friedrichs II. von Hohenstaufen Nördlingen offiziell zur Stadt erhoben. In der entsprechenden Urkunde bezeichnet er Nördlingen erstmals als civitas und grenzt die Stadt von anderen Dörfern, in diesem Fall Öhringen, ab.[1] In den früheren Quellen wird Nördlingen ausschließlich als villa aufgeführt. Als civitas imperialis, also als Reichsstadt, wird Nördlingen offiziell aber erst 200 Jahre später bezeichnet, als Kaiser Sigismund 1434 die Nördlinger Messe mit einer goldenen Bulle privilegiert.[2] Andere reichsstädtische Privilegien, wie die direkte Zahlung der Reichssteuer[3] an den König beziehungsweise Kaiser oder die Erhebung eines Ungeldes für den Bau einer Stadtbefestigung,[4] erhielt Nördlingen aber bereits im 13. und 14. Jahrhundert.


[1] Württembergisches Urkundenbuch Online, Bd. III, Nr. 581, URL: http://www.wubonline.de/?wub=888.

[2] StAN, U 3017.

[3] Im Reichssteuerverzeichnis von 1241 wird Nördlingen mit 100 Mark angeführt. Siehe MGH Constitutiones III, S. 1–4, hier S. 4.

[4] StAN, U 2947.

Das Nördlinger Stadtarchiv ist eines der wenigen Archive, dessen Überlieferung bis heute unbeschädigt erhalten ist.

Seit wenigen Jahren sind die Nördlinger Missiven von 1352-1580 digitalisiert und online öffentlich zugänglich.

Die Urkunden der Stadt Nördlingen, Bd. 1–4 (1233–1449), hrsg. v. Karl Puchner/Walter E. Vock/ Wulz, Gustav (= Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft 2/2a). Augsburg 1952–1968.

  • Kießling, Rolf: Die Stadt und ihr Land. Umlandpolitik, Bürgerbesitz und Wirtschaftsgefüge in Ostschwaben vom 14. bis ins 16. Jahrhundert (Städteforschung, Reihe A, Darstellungen, Bd. 29). Köln, Wien 1989.
  • Kießling, Rolf: Nördlingen und das Ries. Stadt-Land-Beziehungen vom 14. bis zum 16. Jahrhundert (Reichsstadt Nördlingen). In: Rieser Kulturtage. Dokumentation 3 (1981), S. 134–154.
  • Kudorfer, Dieter: Nördlingen (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Schwaben, Heft 8). München 1974.
  • Schnurrer, Ludwig: Rothenburg, Dinkelsbühl und Nördlingen mit ihren Gebietsteilen im heutigen Baden-Württemberg (= Handbuch der Baden-Württembergischen Geschichte, Bd. 2). Stuttgart 1995.
  • Sponsel, Wilfried: Nördlingen im Spätmittelalter – eine Stadt zwischen Umbruch und Kontinuität. In: Schätze der Welt aus landeshistorischer Perspektive (2018), S. 501–511.
  • Sponsel, Wilfried: Art. „Nördlingen, Reichsstadt“. In: Historisches Lexikon Bayerns (2013), URL: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/N%C3%B6rdlingen,_Reichsstadt (abgerufen am 05.03.2026).
  • Voges, Dietmar H.: Die Reichsstadt Nördlingen. Zwölf Kapitel aus ihrer Geschichte. München 1988.
  • Vollmar, Bernd/ Georg, Paula/ Kociumaka, Catharina (Hrsg.): Stadt Nördlingen (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler in Bayern 90, Bd. 7: Schwaben, Landkreise 2). München 1998.

Jahrbuch des Historischen Vereins für Nördlingen und das Ries 1912–2023.