1188 wird Dinkelsbühl als burgus bezeichnet, 1251 als civitas, 1295/97 als stat, 1309 als op(p)idum.[1] König Heinrich (VII.) wandte sich im Jahr 1235 mehrfach an seine Amtleute in Dinkelsbühl Rothenburg, Nördlingen und Donauwörth (fidelibus suis de Dinkelspuhel, de Rotenburc, de Nordelingen et de Werde ministris necnon vniuersi officiatis), betrachtet die Stadt folglich als königliche Stadt.[2] Sie wird im Reichssteuerverzeichnis von 1241 mit 40 Mark angeführt.[3] Mit dem Ulmer Stadtrecht privilegierte 1305 König Albrecht Dinkelsbühl,[4] weitere Rechte vor allem Gerichtsprivilegien folgten unter König Heinrich VII.[5] Das große Siegel der Stadt trägt die ungewöhnliche Aufschrift S(igullum) VILLICI (et) CIVIUM IN DINCHILSPVHEL.[6] Dinkelsbühl wurde 1251, 1295 und 1341 an die Grafen von Oettingen verpfändet. Die Stadt löste sich selbst 1351 aus der Verpfändung mit der Zahlung von 7200 Pfund Heller.[7] Die reichsstädtische Geschichte der Stadt endete erst 1802 mit der Besetzung durch Bayern.


[1] RI VI,4,1 Nr. 208.

[2] RIplus URH 2 Nr. 390, Druck: Monumenta Boica Nr. 732, S. 234 f.

[3] RI V,4,6 Nr. 578; MGH Constitutiones III, S. 2–5, hier S. 3.

[4] Schnurrer, Dinkelsbühl, Nr. 12, S. 3, Abdruck S. XVII.

[5] RI VI,4,1 Nr. 208.

[6] Schnurrer, Dinkelsbühl, Abdruck S. XVIII–XIX.

[7] Schnurrer Nr. 123, S. 27.

Stadtarchiv Dinkelsbühl

Die Dinkelsbühler Bestände wurden im 19. Jahrhundert zersplittert, so dass neben den in Dinkelsbühl verbliebenen Urkunden Teile des Archivs heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München liegen (Reichsstadt Dinkelsbühl Urkunden) und in Nürnberg im Staatsarchiv sowie im Archiv des Germanischen Nationalmuseums. Die Archivgeschichte zeichnet Schnurrer, Urkunden Dinkelsbühl 1, S. XI–XIV nach. Er erwähnt keine Bestände in Augsburg. Siehe zu diesen Kalesse, Erschließung.

Schnurrer, Ludwig: Die Urkunden der Stadt Dinkelsbühl, Bd. 1, 1282-1450, München 1960 und Bd. 2, 1450-1500, 1962 (Bayerische Archivinventare, Reihe Mittelfranken 4).

  • Bogenberger, Walter und Michael Vogel: Dinkelsbühl. Ansbach 1983.
  • Borchardt, Karl: Die Ratsverfassung in Rothenburg, Dinkelsbühl, Weißenburg, Windsheim und Schweinfurt. In: Reichsstädte in Franken. Hrsg. von Rainer Albert Müller. München 1987 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 15), Teilband 1, S. 205–216.
  • Kalesse, Claudia: Erschließung von Archivalien Dinkelsbühler Provenienz aus der Zeit des alten Reichs im Staatsarchiv Augsburg abgeschlossen. In: Nachrichten aus den Staatlichen Archiven Bayerns 48 (2004) S. 14–15.
  • Neumeyer, Teresa: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis. München 2018 (Historischer Atlas von Bayern, Franken 40).
  • Ulshöfer, Kuno: Die Interessengemeinschaft der Reichsstädte Rothenburg, Hall und Dinkelsbühl im ausgehenden 14. Jahrhundert In: Reichsstädte in Franken. Hrsg. von Rainer Albert Müller. München 1987 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 15), Teilband 1, S. 270–286.

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