Ein alter königlicher Markt wird in Donauwörth bereits in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts privilegiert.[1] Kaiser Friedrich I. hielt sich mindestens sechsmal apud Werdam auf, aber auf der Burg, die auch Kaiser Friedrich II. noch nutzte. 1217 ist ein königlicher Prokurator mit Sitz in Donauwörth bezeugt.[2] 1235 wendet sich König Heinrich (VII.) an seine Amtleute in den Städten Dinkelsbühl, Rothenburg, Nördlingen und Donauwörth (fidelibus suis de Dinkelspuhel, de Rotenburc, de Nordelingen et de Werde ministris necnon vniuersi officiatis), betrachtet die Stadt folglich als königliche Stadt.[3] Donauwörth ist im Reichssteuerverzeichnis von 1241 mit 60 Mark angeführt.[4]
Rechte der Pfalzgrafen in Donauwörth sind bereits im 12. Jahrhundert bezeugt. 1266/68 geht Donauwörth aus der Konradinischen Erbschaft an die Wittelsbacher.[5] Doch zuvor nutzen diese bereits die Stadt. Pfalzgraf Ludwig II. von Wittelsbach lässt 1256 seine Ehefrau Maria hier hinrichten.[6] Die Stadt blieb zwischen dem Reich und den Wittelsbachern umstritten. 1301 und 1307 ist Donauwörth als Reichsstadt bezeugt. König Ludwig IV. führte sie im Hausvertrag von Pavia als Wittelsbacher Hausbesitz an. 1348 versprach König Karl IV. der Stadt, sie nicht zu verpfänden.[7] Die dann doch erfolgte Verpfändung 1376 an die Wittelsbacher[8] gilt als Anlass für die Gründung des Städtebundes. König Sigismund erteilte der Stadt 1418 umfangreiche Privilegienbestätigungen,[9] versprach 1422 sie nicht zu verpfänden und gestattete ihr die Wahl eines Reichspfleger als seines Vertreters.[10] 1434 erzwang der Kaiser die Auslösung der Reichspfandschaft aus den Händen der Wittelsbacher.[11] Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut belagerte und besetzte die Stadt 1458, was in den Fürstenkrieg von 1458–1463 mündete. Donauwörth blieb Reichsstadt bis 1609.
[1] RI III,1 n. 150.
[2] RIplus URH 2 Nr. 87.
[3] RIplus URH 2 Nr. 390, Druck: Monumenta Boica Nr. 732, S. 234f.
[4] RI V,4,6 Nr. 578; MGH Constitutiones III, S. 2–5, hier S. 4.
[5] RIplus Regg. EB Mainz 1,1 Nr. 651.
[6] RIplus Regg. Pfalzgrafen 1 Nr. 654.
[7] [RIplus] Regg. Karl IV. N. 682.
[8] [RIplus] Regg. Karl IV. n. 8574.
[9] RCI Nr. **.
[10] RI XI,1 Nr. 5153.
[11] RI XI,2 Nr. 10744.
Die Archivüberlieferung wurde bereits im Mittelalter gestört. 1417 wurden Teile des Archivs durch den Herzog von Bayern als Pfandherr beschlagnahmt. Sie befanden sich bis 1434 in Ingolstadt. 1458 wurden Teile des Archivs nach Augsburg geflüchtet, dann aber dem bayrischen Herzog übergeben und nach Landshut verbracht. Von dort kamen sie nach dem Friedensschluss im Fürstenkrieg wieder zurück nach Donauwörth. Bestände zu Donauwörth finden sich trotz dieser Rückführungen weiter im Stadtarchiv Augsburg, im Staatsarchiv Augsburg und im Bayrischen Hauptstaatsarchiv München.
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- Bosl, Karl: Des Adels, des Reiches und des Landes Stadt zu Donauwörth. In: Karl Bosl: Die bayerische Stadt in Mittelalter und Neuzeit. Altbayern – Franken – Schwaben. Regensburg 1988, S. 196–205.
- Grohsmann, Lore: Donauwörth. In: Bayerisches Städtebuch 2. Stuttgart 1974 (Deutsches Städtebuch 5), S. 155–162.
- Hermann, Cathrin: Donauwörth, Reichspflege publiziert am 10.02.25, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Donauwörth,_Reichspflege (12.03.2026).
- Krüger, Thomas Michael: Donauwörth. In: Die deutschen Königspfalzen. Bd. 5: Bayern, Teilband 3, Bayerisch-Schwaben. Hrsg. von Caspar Ehlers, Helmut Flachenecker, Bernd Päffgen und Rudolf Schieffer. Göttingen 2016, S. 165–193.
- Pfister, Doris: Donauwörth. Der ehemalige Landkreis. München 2008 (Historischer Atlas von Bayern, Schwaben 17).
- Zelzer, Maria: Geschichte der Stadt Donauwörth von den Anfängen bis 1618. Donauwörth 1958.
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