Im April jährte sich der Start unseres Projektes Regesta Civitatum Imperialium. Seitdem ist viel passiert und in wenigen Wochen wird ein erstes größeres „Paket“ mit Regesten online erscheinen. Deshalb möchten wir hier einen kurzen Rückblick in Ergänzung zum Bericht über unsere vergangenen Projektvorstellungen und Vorträge geben.

Von April bis Juni 2025 stand alles im Zeichen der Neueinrichtung unseres Projektes. Das umfasste vor allem administrative Aufgaben, denn unsere Büros und digitalen Arbeitsumgebungen wurden bezogen und ausgestattet. Außerdem fanden wir uns als Team zusammen. In dieser ersten Phase kontaktierten wir die ersten Archive und planten unsere Archivreise, die wir dann im Juli letzten Jahres unternahmen. Es galt zu sondieren, welche für unser Projekt relevanten Bestände in den Stadtarchiven liegen und auch einzuschätzen, wie viel Zeit wir zur Erfassung und Bearbeitung benötigen würden. Dafür stellte die erste gemeinsame Archivreise einen wichtigen Schritt dar.

Über den Sommer arbeiteten wir dann daran, diese Archivbesuche nachzubereiten und uns vor allem mit der gedruckten Überlieferung aus den Städten vertraut zu machen. Außerdem gingen wir mit unserer Website und dem Social-Media-Auftritt auf Bluesky online. Wer regelmäßig auf unseren Social-Media-Kanälen und der Website vorbeischaut, bleibt immer auf dem Laufenden und erfährt zuerst von neuen Entwicklungen, Veröffentlichungen und Einblicken hinter die Kulissen.

Ab September begannen wir dann mit der Erhebung vor Ort, mit unserem Transkribus-Scantent und unseren Aufnahmekriterien für das reichsstädtische Quellenmaterial im Gepäck. In der zweiten Jahreshälfte beschäftigten sich unsere Doktorandinnen Rebecca Kleinort und Elena Vivien Scharnewski außerdem damit, näher in die Themenfindung für Ihre Dissertationen einzusteigen. Dabei ergaben sich besonders fruchtbare Synergien zwischen dem zu diesem Zeitpunkt bereits erhobenen Material, den Eindrücken aus den Archiven und ihren Beständen sowie die Arbeit an den entstehenden Regesten.

Die Regesten nahmen dann, neben den einzelnen Projektvorstellungen an verschiedenen Orten, den Großteil der zweiten Jahreshälfte 2025 sowie den Anfang des Jahres 2026 ein. Dafür musste das Regestenformular, das wir in der digitalen Infrastruktur der Regesta Imperii nutzen können, für unsere Zwecke angepasst werden. Das liegt unter anderem daran, dass wir sehr unterschiedliche Quellenarten aus der städtischen Überlieferung vorliegen haben und sich neben dem königlichen und kaiserlichen Urkundenmaterial z. B. auch zahlreiche Briefe der Städte darunter befinden, die andere Angaben in den Regesten nötig machen (z. B. eigene Felder für Aussteller und Absender und die dazugehörigen Vermerke). Gleichzeitig bedeutete dies viele inhaltliche Diskussionen und Beratschlagungen innerhalb unseres Teams, weshalb wir uns in dieser Phase oft in großer Runde zusammenfanden und gemeinsam überlegten, was wir benötigen. Ebenso diskutierten wir erste Regestenentwürfe und legten formale wie inhaltliche Vorgaben fest, nach denen wir unsere Regesten erstellten.

Anschließend schrieben wir intensiv Regesten, wobei wir die Städte vorher einzelnen Bearbeiterinnen zugewiesen haben. Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt in einer jeweiligen Präambel zu den Regesten aus den jeweiligen Städten nachvollziehbar gemacht, ebenso Informationen zu den erhobenen Beständen.

Im Januar ging dann unser Instagram-Account online. Hier informieren wir über unsere Arbeit und erklären auch für ein breiteres Publikum, wie man eigentlich ein Regest schreibt, was man auf einer Archivreise macht und was eigentlich Zinshühner sind.

Ab Mitte Januar 2026 folgte dann ein intensiver Redaktionsprozess unserer ersten 180 Regesten, bei dem wir in mehreren Schleifen und Korrekturteams die Regesten auf Einheitlichkeit, Verständlichkeit und Richtigkeit prüften. Dabei besprachen wir uns immer wieder auch in großer Runde mit dem gesamten Team und lernten schnell, dass unsere in den letzten Monaten erstellen Richtlinien zur Regestenerstellung trotz aller Ausführlichkeit auch weiter work in progress blieben. Hier zeigt sich jedoch ein zentraler Vorteil unserer digital-born-Regesten: Kleinere Unstimmigkeiten können rasch korrigiert und spätere Versionen sichtbar gemacht werden. Darüber sowie über Herausforderungen bei der digitalen Regestenerstellung reflektiert unser neuester Blogbeitrag aus den Reihen des Projektes.

Im April veröffentlichten wir hier auf der Website die ersten Städteprofile, die weiterführende Informationen zu den Städten enthalten, die wir momentan bearbeiten. Darin geben wir einen kurzen Überblick über die Bestände, aber auch über zentrale reichsstadtgeschichtliche Ereignisse sowie Hinweise auf Literatur dazu.

Unsere ersten, entsprechend unseren Richtlinien dann im März final korrigierten, Regesten konnten wir bei unserem internen Auftaktworkshop in Mainz einem Fachpublikum zur Diskussion vorstellen und auch offene Fragen, wie etwa die nach sinnvollen Möglichkeiten des Forschungsdatenmanagements und der Nachnutzbarkeit unserer Daten, formulieren. Den Workshop haben wir als sehr fruchtbar empfunden und erfreulicherweise viel Lob sowie Denkanstöße mitnehmen können. Dementsprechend sind wir aktuell dabei, das Feedback des Workshops einzuarbeiten, um dann wie angekündigt in Kürze mit unseren ersten Regesten online zu gehen, sodass sie von allen Interessierten genutzt werden können. Danach soll die Datenbank in kleineren Abständen fortlaufend mit weiteren Regesten angereichert werden. Der Link zur Datenbank, die über die Regesta Imperii abrufbar sein wird, werden wir zu gegebenem Zeitpunkt hier auf der Website veröffentlichen.

Bei uns gilt also die Maxime: Nach dem Regest ist vor dem Regest – und wir freuen uns, wenn Sie uns (weiter) auf diesem spannenden Weg begleiten!